Habana Vieja - Das tägliche nichts - emanuele pagni

Ein Spaziergang in den zentralen Stadtvierteln der Stadt Havanna ist eine einzigartige Erfahrung mit der man in eine Welt voller Sinnlichkeit, Melancholie, Leidenschaft und Salsa eintaucht.

Alles schwebt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Von dieser Erfahrung bleibt die Zukunft aber ausgeschlossen: Sie schwebt nicht und sie wendet sich für die Kubaner nie zum Guten. Man fühlt wie die Zeit vergeht und die Häuser, die einst schöne und lebendige Farben hatten, mit einer Architektur im kolonialistischen Stil die jeden Tag an Glanz verliert, von der heißen Sonne erodiert und von der Zeit die nie so scheint als ob sie vergehen würde: das tägliche Nichts.

Das Betrachten von Kuba mit offenen Augen und die Versuchung mit diesem fantastischen Volk eine Beziehung aufzubauen offenbart uns eine Welt die anders ist und das auf einer außerordentlichen Art und Weise den Alltag durchlebt ohne die Zukunft zu programmieren, weil die Kubaner nicht die Möglichkeit haben es zu tun.

Ihre wirtschaftliche und soziale Isolation hat die Einwohner der Insel dazu gezwungen sehr flexibel und dynamisch zu sein. Tatsächlich dreht sich in Kuba vieles um die Anschaffung von Nahrungsmitteln und um das Überleben. Bis vor kurzer Zeit war in Kuba fast alles bewegungslos.

Welche Zukunft konnte es für die Menschen dort wirklich geben?

Es war fast unmöglich, die Insel zu verlassen und wenn ein Kind sah wie seine Eltern als Ärzte und Professoren der Insel entkamen und sie auf der Insel zurückbleiben mussten, erhöhten sich ihre Gefühle der Ausweglosigkeit.

Die Lösung für dieses Problem ist niemals an diese schwierige Situation zu denken, Tag für Tag leben und sämtliche Lebensträume unter der heißen karibischen Sonne liegen lassen.