Gesichter von Havanna - emanuele pagni

Ein paar Monate nach dem Annährungsprozess zwischen den USA und Kuba und nach der langen Wirtschaftsblockade die 1962 begann, wollte ich etwas über Kuba erzählen, um vor allem über seine Hauptstadt Habana, die ich in einem sehr intimen Report darstellen werde.

Mit dieser Reportage möchte ich die wahre Realität der Insel erzählen: Die Gesichter der Einwohner die die Straßen der Hauptstadt bevölkern, weit weg von den Machtspielen der Politik, aber die leider von dieser schwierigen sozialen und politischen Situation als erste getroffen werden und die sich schon seit Jahrzenten in diesem Zustand befinden.

Mein Report "Die Gesichter von Habana" möchte eine Stadt zeigen, die kurz vor dem Beginn einer (vielleicht) neuen historischen Epoche steht. Diese werden nicht mit den Worten und den Situationen des Journalismus dargestellt, sondern durch die Gesichter der Kinder die schon zu früh zu Erwachsenen geworden sind und durch die Details ihrer Augen, ihrer Gesichtsfalten und durch die Gesichter der alten Menschen die von der karaibischen Sonne braungebrannt sind, die die Traurigkeit und die Enttäuschung ihrer zerbrochenen Träume spüren.

Diese Träume endeten mit der Revolution von Che Guevara, Camilo Cienfuegos und Fidel Castro. Havanna, eine Stadt die anders ist wie sie uns von den europäischen Eroberern dargestellt wurde und die auch anders als die Stadt ist die uns von jenen Journalisten erzählt wird die von der kubanischen Regierung beeinflusst werden.

In den Bildern spüren wir eine melancholische und stille Poesie von Menschen die ihr ganzes Leben lang sehr hart gearbeitet haben und die sich immer mit nur ein paar Pesos und CUC pro Monat zufrieden geben müssen.

Havanna ist die Poesie eines Ortes in dem eine Prostituierte an einem Tag genauso viel Geld verdient wie ein Arzt in einem ganzen Monat. Die Poesie einer gedemütigten Stadt, die aber versucht sich würdevoll gegen den Druck des Kapitalismus zu wehren. Man sieht es ihr an, dass sie unter den Einschränkungen und Grenzen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Isolation leidet.